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Mit FORMSCHÖN widmet die Galerie für Zeitgenössische Kunst (GfZK) dem Leipziger Künstler Tilo Schulz die erste große Einzelausstellung in einer öffentlichen Institution in Deutschland.

Tilo Schulz hat sich mit Ausstellungsbeteiligungen und Projekten in den letzten 15 Jahren international und national einen Namen gemacht. Die GfZK möchte mit einer Einzelausstellung die Möglichkeit eröffnen, einen tieferen Einblick in die Arbeit des Künstlers zu ermöglichen.

Ein Katalog wird die Ausstellung ausführlich dokumentieren und ausgewählte Arbeiten der letzten Jahre besprechen.

Die Ausstellung wird in weiteren Stationen in Ost- und West-Europa zu sehen sein.


Inhalt
Der Leipziger Künstler Tilo Schulz verschmilzt in seinen neueren Arbeiten zwei ästhetische Haltungen, die in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts als unvereinbar galten. Während in der östlichen Hemisphäre die Doktrin eines politisch engagierten Realismus propagiert wurde, erhob man im Westen die abstrakte Kunst zum Glaubensbekenntnis einer freien Welt. Diese beiden Positionen - welche den jeweiligen Gegner entweder des "Formalismus" oder der Nähe zum Totalitarismus bezichtigten - reflektiert Tilo Schulz gekonnt in der Ausstellung FORMSCHÖN.

FORMSCHÖN verlinkt die 1950er Jahre immer wieder mit den Anfängen der Moderne und stellt deren Ideale und Vorstellungen zu Disposition.

Raumgreifende Skulpturen gehen einher mit abstrakten Wandmalereien. Politische Slogans aus den 1950er Jahren werden mit wandgroßen Manga-Zeichnungen kombiniert. Eine Mauer aus Milchglas-Bausteinen als Metapher für eine scheinbare Transparenz. Ein Vorhang aus Holzkugeln (kein Eiserner Vorhang), den die Besucher durchschreiten müssen und der den Schriftzug "COLD WAR" ergibt. Die Keramiken (Teeservice, Vasen, Kuchenplatten, ...) der Formgestalterin Ursula Fesca aus den 1930ern und 50ern bringen zusätzlich den Disput zwischen Kunst und Kunsthandwerk in die Diskussion mit ein.

Tilo Schulz verbindet mit FORMSCHÖN den Wunsch nach einer physischen Erlebbarkeit von Kunst mit einer längst notwendigen Aufarbeitung der Kulturpolitik in Ost und West zu Beginn des Kalten Krieges.